Das ENPP-Signum für Psychobiographische Pflegequalität wird auf offiziellen Antrag an Institutionen (auch einzelne Stationen) vergeben, wenn die dort vorherrschende Pflegequalität nachgewiesenermaßen den Qualitätsmaßstäben des psychobiographischen Pflegemodells nach Böhm entspricht.
Der Antrag auf Zertifizierung wird bei der ENPP - Böhm GmbH eingereicht, welche die Zertifizierungsprozedur veranlasst. Bevor dieses geschehen kann, muss die entsprechende Institution nachweisen:
Prinzipiell kann die Zertifizierungsprozedur auch als eine Art Entwicklungsprojekt verstanden werden, welches die konsequente praktische Umsetzung der psychobiographischen Theorie in der Institution zum Gegenstand hat. Die nachfolgenden Bedingungen stellen daher nur eine Mindestanforderung dar. Es ist durchaus denkbar, dass eine Institution wesentlich mehr Praxisberatung in Anspruch nehmen möchte, als hier gefordert wird. Eine derartige Praxisberatung kann natürlich auch dann stattfinden, ohne dass eine Zertifizierungsabsicht seitens der Institution besteht.
Das Zertifizierungsaudit ist kostenpflichtig und umfasst, je nach Größe des Bereichs, in der Regel ein bis zwei volle Tage. Die Prüfung sieht wie folgt aus:
- Psychobiographische Milieugestaltung im öffentlichen, halböffentlichen und privaten institutionellen Wohnbereich,
- Innerinstitutionelle Umsetzung des Psychobiographischen Normalitätsprinzips in Pflege, Betreuung und Animation usw.,
- Rehabilitative Hausideologie (Autonomieförderung, "Leben" zulassen, Toleranz gegenüber Verhaltensstörungen zeigen, usw.),
- Psychobiographische Pflegeplanung und -qualität Stufe I (überprüft wird, ob eine professionelle Pflegeplanung nach Böhm auf Grundkursniveau vorliegt),
- Psychobiographische Pflegeplanung und -qualität Stufe II (überprüft wird, ob eine professionelle Pflegeplanung nach Böhm auf Aufbaukursniveau vorliegt).
Zur Beurteilung dieser Bereiche wird eine Prozentskala benutzt. Das Gütesiegel kann nur dann vergeben werden, wenn in allen ersten vier Bereichen jeweils ein Minimum von wenigstens 51 Prozentpunkten erreicht wird. Optisch wird die erreichte Qualität auf dem Zertifikat für alle fünf Beurteilungen mit folgendem Sternesystem wiedergegeben:
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< 50 %
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51%-60%
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61%-70%
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71%-80%
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81%-90%
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91%-100%
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* |
** |
*** |
**** |
***** |
Die Detailbeurteilung erscheint auf dem Zertifizierungsdokument. Diese Endbeurteilung stellt eine Beurteilung der bisher erreichten Psychobiographischen Pflegequalität im Vergleich zur maximal möglichen dar. Die Beurteilung soll dem Team die vorhandenen Pflegequalität deutlich machen.
Im Regelfall kann man ohnehin davon ausgehen, dass eine Institution, die derart viel Geld in die Fortbildung ihrer MitarbeiterInnen investiert, auch ein ernsthaftes Interesse an der Qualitätssicherung hat. Insofern sind die folgenden Aufgaben und Pflichten nur die logische Konsequenz des Anspruchs auf eine hohe psychobiographische Pflegequalität. Die per ENPP-Qualitätssignum zertifizierte Institution verpflichtet sich vertraglich, die folgenden Aufgaben und Pflichten zu erfüllen:
Die ENPP-Böhm GmbH kann und muss einen Entzug des Qualitätssignums veranlassen, wenn die Beurteilung des ENPP-Praxisberaters auf eine Verschlechterung der Psychobiographischen Pflegequalität hinweist. Dieser Fall tritt ein, wenn die entsprechende Institution trotz detaillierter Beurteilung und spezifischen Auflagen über längere Zeit keine erkennbaren oder ausreichenden Fortschritte macht.